Für die Apps, die mich den ganzen Tag begleiten, mir das Leben vereinfachen und helfen Inspiration und Ideen festzuhalten – für diese Apps zahle ich. So auch für Evernote, obwohl man auch mit der kostenlose Version sehr weit kommt.
Manche meiner Kollegen bezeichneten mich in letzter Zeit als 5.0, da sie mich nach einem Meeting die Notizen an der Tafel abfotografieren sahen, oder auch nur bemerkten, dass ich bei einer bereits recherchierten Frage, die Antworten gleich parat hatte, dank CMD+F (Suchen, unter anderem auch in Evernote).
Da habe ich beschlossen, nicht nur für meine Mutter, die immer wieder fragt, was ich mit meinen Apps den ganzen Tag mache, aufzuschreiben, wie ich Evernote nutze und wofür.
Ich speichere und bearbeite bei Evernote nicht nur Notizen, interessante Links und Ideen, sondern auch interessante einzelne Webseiten und Zitate aus diesen.
Beim Surfen mit dem Browser und lesen des Google Readers.
In Safari und Google Chrome ist es möglich eine Evernote-Extension zu installieren. Die kann dann geniale Dinge:
Zitate. Oft geht es mir so, dass ich über interessante Absätze und Zitate stolpere, die ich mir merken will oder dass ich mich z.B. an eine Idee erinnern will, die ich beim Lesen hatte. Einfach die betreffende Stelle markieren und auf den Elefanten in der Lesezeichenleiste klicken, schon kann man das Zitat als Notiz ablegen.
URL merken. Einfach auf den Elefanten klicken und dazuschreiben, warum die Seite interessant ist und bei Gelegenheit ist die Seite schnell und unkompliziert wieder zu finden. Das geht auch mit ganzen Artikeln oder Webseiten. Toll ist, dass Evernote zwischen Artikel und Webseite unterscheidet. Wenn also nur der Text interessant ist, wird der schön formatiert in Evernote abgelegt.
Google Reader. Reeder ist eine meiner anderen Lieblingsapps, welche einfach alle Google Reader Feeds schön auf dem iPad darstellt. Dort ist es dankenswerter Weise auch einfach mit dem Elefanten die wichtigen Sachen an Evernote zu schicken.
Evernote auf meinem Smartphone.
Evernote ermöglicht es, den Notizblock endgültig ad acta zu legen. Ich mache einfach keine Notizen mehr auf totem Holz.
Es gibt eine Studie in den USA, nach der Menschen eher Schlüssel oder Geld zu Hause vergessen als ihr Smartphone. Ich habe nie viel dabei, wenn ich im Büro rumlaufe, aber natürlich mein Smartphone. So kann ich bei jedem Meeting, wenn auch noch so spontan anberaumt, Notizen machen.
Das Größte aber ist das Abfotografieren der TOPs an Tafeln und Flipcharts. Nie mehr Brainstormings auf Flipcharts verkommen lassen, sondern mit der richtigen Überschrift und Stichwort beim Aufsetzen des Projektmanagements mit einem CMD+F finden.
Visitenkarten habe ich mir angewöhnt, einfach sofort in das Adressbuch meines Google Kontos zu schreiben. Sonst ist es auch eine super Möglichkeit, die einfach zu fotografieren und nur unter dem jeweiligen Namen abzulegen.
All mein Wissen und das meiner Freunde.
Das Tolle ist, wenn ich spannende Sachen lese oder sehe, habe ich mich diszipliniert, die Infos alle in meinen Evernote-Wiki abzulegen. Da ist all mein Wissen abgelegt und von überall abrufbar.
Schön ist, dass es eine Funktion gibt, nicht nur einzelne Notizen per Mail/Facebook weiter- oder freizugeben, sondern dass auch ganze Notizbücher gemeinsam genutzt werden können. Dieses Notizbuch heißt bei mir einfach lapidar »Wiki«.
Das Sinnvolle an der gemeinsamen Nutzung eines Wikis, in meinem Fall mit guten Freunden, ist, dass man mehr Wissen zur Verfügung hat und oft super interessante Methoden entdeckt. Die mich, da sie von meinen Freunden sind, doch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit interessieren oder mir sogar nützen. Das ist Knowledge-Serendipity.
Dabei schreibe ich einfach den Bereich des Wissens vor den Titel, welcher den Wikieintrag näher beschreibt, und habe so eine schöne Sortierung, z.B. »Methode: Brainstorming«
Suchen, Finden und Bearbeiten.
Alle Notizen sortiere ich nach Titel, so dass sie alphabetisch sortiert werden, mit Zahlen zu oberst.
»1 Bene« steht für »mach Bene« und entscheidend ist die 1 vor dem Titel. Die 1, die dann dafür sorgt dass die Notiz ganz oben steht, nutze ich für alle Notizen, die ich jeden Tag checken muss; Notizen nach calls, in Meetings, laufende dringende und wichtige Probleme.
Die 2 steht für Notizen die Daten enthalten auf die ich sehr schnell zugreifen können muss, z.B. Infos über verschiedene Accounts, Adressen, Vielfliegernummern, …
Die 3 vor dem Titel markiert alle Notizen, die Meta-Infos über alle großen Bereiche der Arbeit enthalten. Dort speichere ich alle wichtigen Links, Strukturen und Checklisten.
Alle Notizen weiter unten erreiche ich eigentlich nur über die Suche. Diese Notizen gliedere ich in grobe Bereiche, z.B. »PR: Speaking Opportunties, Conferences«.
Wenn ich jetzt Notizen zum Thema Konferenzen suche oder hinzufügen will, suche ich einfach nach dem Stichwort »Conference«.
Häufig mache ich es so, dass ich verschiedene Tage für verschiedene Projekte blocke, so dass ich auch einfach nach »PR« suchen kann und finde alle »PR« relevanten Themen, die ich dann abarbeiten kann.
Noch schöner mit dem Suchen wird das Ganze, wenn man das Schlagwort aus der Überschrift als tag benutzt. Dann kann man unter »Schlagwörter« einfach auf den gerade zu bearbeitenden tag klicken und hat alle relevanten Notizen vorliegen. Durch die Möglichkeit der Auswahl welches der Notizbücher angezeigt werden soll, kommen sich verschiedene Kunden mit den selben Aufgabenbereichen auch nicht in die Quere.
Da Speicherplatz genügend vorhanden ist, archiviere ich alle alten Projekte mit »z: Launch France« und sie sortieren sich automatisch ans Ende des Notizbuches, sind aber durch die Suche im Zweifelsfall schnell wieder erreichbar.
Praktische Einstellungen.
Ich habe für alle Großen Bereiche des Lebens ein eigenes Notizbuch, wie etwa »Privat«, »Job«. Des weiteren ist es wichtig, ein Standardnotizbuch zu wählen, in welches Notizen abgespeichert werden, die nicht händisch zugeordnet wurden. Das ist gerade beim mobilen Erstellen von Notizen wichtig, da dort das editieren nervt und einfach schnell gehen muss. Ein Foto wird dann z.B. automatisch in das Standardnotizbuch geladen.
Die letzte wichtige Änderung in der Einstellung ist die schöne Schrift „Helvetica Neue“, die, leider nicht von Werk aus, die Notizen ein Stück anschaulicher macht.
Schöne Sachen zum Schluss.
PDFs werden indiziert, dass heißt einfach hochladen und sie sind von da an durchsuchbar.
Die Weboberfläche ist auch praktisch zu benutzen. Sollte man das eigene Notebook oder Handy mit dem Evernoteclient nicht zu Hand haben, lassen sich einfach Notizen einsehen und hinzufügen.
Mobil sind die Notizen auch offline verfügbar inkl. der Suchfunktion. Einfach genial immer alles dabei zu haben.
Einkaufslisten in Evernote. Ein Traum.
Andere Erfahrungen oder Tipps für mich? Freue mich auf Anregungen oder Fragen.