graceful degradation – Neujahrsvornahmen durchhalten

Einiges habe ich mir vorgenommen im neuen Jahr anders zu machen. Besser. Schöner. Mit mehr Sinn.
Dazu gehören die Klassiker: weniger TV schauen und dafür mehr lesen, mich gesünder ernähren und lieber mal selber kochen, neue Menschen kennenlernen und mehr Zeit mit Freunden verbringen.
Aus meinem Fitness Studio weiß ich, dass ich nicht der Einzige bin, der für das neue Jahr neue Entschlüsse gefasst hat. Im ersten Quartal wird es sicher wieder voll sein und sich dann ganz langsam wieder leeren.
Wie ich mir neue Gewohnheiten aneigne, habe ich im letzten Jahr bereits aufgeschrieben. Wenn ich an einem Tag nicht stark genug bin, meine Vornahme in die Tat umzusetzen, hilft es mir, wenn ich zuvor über meine Fehlertoleranz nachgedacht habe.

»graceful degradation is the property that enables a system to continue operating properly in the event of the failure of some of its components.« Wikipedia

Eine Methode aus der Softwareentwicklung. Die Methodik hilft uns moderne Systeme zu programmieren, die auf jedem Smartphone laufen doch auch in den Hamburger Behörden auf einem alten Internet Explorer funktionieren. In letzterem sehen die Funktionen nicht mehr schön aus, doch die Datenein und -ausgabe funktioniert weiterhin.

Inspiriert von dieser Systematik habe ich versucht mein eigenen “fall back” System zu bauen, so dass ich meine Vornahmen für 2013 umsetze, wenn auch nicht immer schön

1. Design-Diversität
Du weißt, dass du kein TV schauen willst. Trotzdem lohnt es sich, den Mitbewohnern Bescheid zu sagen, einen Zettel an Notebook und TV zu pinnen, den Hintergrund des Smartphone entsprechend mit einem Banner anzupassen. Zum Beispiel mit der einfachen Fragen “Heute schon gelesen?”. Die Laufschuhe morgens schon rausstellen, das Sportzeug abends auf die Heizung legen, so dass es morgens schön warm ist – einfach so viele Möglichkeiten der Erinnerung zu schaffen, wie möglich.

2. Daten-Diversität
Statt zu lesen gibt es verschiedene alternative Tätigkeiten, von denen ich mich im Zweifelsfall versuche zu überzeugen: kochen, mit Freunden treffen und im Zweifelsfall schlafen. Diese und mehr Tätigkeiten habe ich aufgeschrieben und habe diese Liste jederzeit in Griffweite, als mögliche “fall back” Lösungen, wenn Lesen partout nicht klappen will.

3. Temporale Diversität
Alle fünf Minuten nochmal schauen, ob die Willenskraft in der Zeit nicht etwa gestiegen ist. Positive Momente sofort nutzen und die gewünschte Tätigkeit beginnen.
Das verstehe ich unter Temporaler Diversität.

4. Vermeidbare Fehler
Bei der Planung, neue Vornahmen im eigenen Leben zu implementieren, kennen viele von euch die vermeidbaren Fehler, die es zu verhindern gillt.
keine klare Beschreibung des Ziels
keine Wochen- und Tagesplanung mit definierten Zeitpunkten
nicht befolgen der Punkte 1-3
die neue Tätigkeit nicht sofort angefangen
zulassen von Ausnahmen

Diese Fehler sind fast alle im Bereich der Disziplin beheimatet. Das Ziel ist klar, doch mangelt an der Umsetzung.

5. Bekannte, nicht vermeidbare Fehler
Termine. Ihr kennt das.

6. Nicht antizipierbare Fehler

»[…] not even great talent and industry can ensure life success over adversity without opportunity.« Glen Elder, Professor für Soziologie und Psychologie an der University of North Carolina at Chapel Hill.

Und auch wenn die Vornahme als solche blöd war, ordne ich dies hier ein.
Ich lege jeweils einen Zeitpunkt fest, an welchem ich meine neue Tätigkeit betrachte, auf den Prüfstein stelle und verbessere. Das sollte aber keines Falls öfter als wöchentlich passieren und in objektiver Stimmung.

TV wird nicht mehr geschaut. Das steht fest. Mein System erlaubt mir statt in der Zeit nur zu lesen, selber kreativ zu werden und etwas zu schreiben (forward compatible), oder im Zweifelsfall zu schlafen (graceful degradation).

Die Gewohnheit, Deine beste Mitarbeiterin

Du hast dich entschieden: Es müssen 5kg runter und der erste Schritt ist, spät abends nichts mehr zu essen. Dann ist es Montagabend und Du stehst vor der offenen Kühlschranktüre und findest gute, logische und sehr rationale Argumente, warum heute eine Ausnahme ist: Der Tag war hart, Du hast heute noch gar nichts Süßes gegessen, nur das kann jetzt Deine Laune bessern… Ihr kennt den Rhetorikprofi in euch – wenn es darauf ankommt ist er sensationell im Argumentieren.

„Eine Angewohnheit  kann man nicht aus dem Fenster werfen,  man muss sie die Treppe hinunter prügeln.  Stufe für Stufe.“ Mark Twain

Bei meinem Artikel darüber, wie ich es schaffe, regelmäßig zu laufen, habe ich schon geschrieben, dass Gewohnheit ein wichtiger Punkt ist. Die Macht der Gewohnheit ist eine der stärksten Waffen, die wir uns zu eigen machen können. Doch wenn wir uns die Gewohnheit nicht Untertan machen, führt sie uns. Und sicher in die falsche Richtung.

Was macht die Gewohnheit?
Die Gewohnheit arbeitet von Natur aus gegen uns. Sie gewöhnt uns an das, was einfach ist. Wenn Du unsicher bist, reibst du deine Augenbraue, Du stehst immer erst nach dem dritten Klingeln des Weckers auf, reagierst immer wütend auf Kritik, schiebst unangenehme Tätigkeiten auf. Manche Gewohnheiten haben so einen Einfluss auf uns, dass wir sie nicht mal als solche wahrnehmen.

Wie funktioniert die Gewohnheit?
Gewohnheiten sind automatisierte Abläufe, über die wir nicht mehr nachdenken müssen. Beim Autofahren können wir telefonieren, nachdenken und sind manchmal so abwesend, dass wir erstaunt sind, wie wir nach Hause gekommen sind.

Die automatisierten Vorgänge müssen bewusst überschrieben werden
Automatisierte Abläufe entlasten das Bewusstsein und sind tief im sogenannten prozeduralen Gedächtnis gespeichert.
Wenn wir jetzt eine Gewohnheit umstellen wollen unterstützt uns unser prozedurales Gedächtnis nicht weiter, sonder arbeitet gegen uns.
Gegen die gespeicherten und automatisierten Abläufe anzukommen ist schmerzhaft und anstrengend. Es führt aber kein Weg daran vorbei, Tätigkeiten, die automatisch liefen, mit der neuen Tätigkeit zu überschreiben. Dabei muss man die erste Zeit voll bewusst handeln, gegen die alten Muster, bis die neue Gewohnheit institutionalisiert ist.

Die positiven Emotionen müssen stark genug sein
Oft ist zu beobachten, dass wir rational und in einer ruhigen Minute vollkommen einsehen, warum wir unsere Gewohnheit ändern wollen. Nur in der jeweiligen Situation führt nicht weiter der Verstand, sondern unser Gefühl. Unser emotionales Gedächtnis erinnert uns daran, welche positiven Erinnerungen und Gefühle wir an die alte Tätigkeit knüpfen, und sucht und findet Gründe, warum wir das jetzt verdient haben.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir immer das was wir haben bzw. verlieren intensiver wahrnehmen und wertschätzen, als das, was wir bekommen.
Abends am Kühlschrank erwischt uns der Verlust, jetzt nichts zu naschen, mit seiner vollen Breitseite. In dem Moment bekommen wir nichts dafür, nicht zu naschen und das Gefühl, sich in naher Zukunft in seinem Körper wohl zu fühlen, erscheint nicht so wertvoll.
Jetzt gilt es neue Vornahmen nicht rational zu begründen, wie »wenn ich mich gesünder ernähre Lebe ich länger,« sondern »Im Schwimmbad werde ich Tom beeindrucken«, »nächste Woche halte ich selbstbewusst meine Präsentation«. Emotional so ausgeschmückt, wie es nur geht.

Triebfeder der Gewohnheit identifizieren und ersetzen
Für alle Gewohnheiten gibt es Auslöser. Dann starten wir unsere Tätigkeit und werden belohnt. An der Bushaltestelle zücken wir automatisch unser Smartphone, checken die Benachrichtigungen und werden mit einem Like, einer netten Mail oder einem wichtigen verpassten Anruf belohnt. Der Auslöser ist die Bushaltestelle oder die kurze Pause im Ablauf, dann checken wir automatisch unsere Lieblingsservices und werden belohnt. Das sind wir so gewohnt.

Wie werde ich eine Gewohnheit wieder los?
Als erstes müssen wir uns über den Auslöser klar werden, und darüber, was wir davon haben. Letzteres ist oft ganz klar. Dann gilt es, den Vorteil mit einer anderen Tätigkeit zu kompensieren. 30 Minuten sind vorbei, ich habe Lust mit den Kollegen zu quatschen und ein bisschen vom Stress runterzukommen. Ich gehe also raus, eine rauchen. Es spricht weder etwas dagegen, kurz eine Pause zu machen, mit den Kollegen quatschen ist nett und aus dem Hamsterrad kurz aussteigen sicher nicht verkehrt. Nur das Rauchen teert die Lunge.
Was löst bei mir aus, raus rauchen zu gehen und womit erreiche ich sonst das gute Gefühl? Das müssen wir beantworten, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Nicht das Bedürfnis einfach leugnen
Sehr ehrgeizige Menschen hören jetzt einfach auf zu rauchen und übersehen dabei, dass sie das gute und verständliche Bedürfnis nach Pause und kollegialem Austausch haben. Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht anders befriedigen unterdrücken wir selbige. Dabei werde sie a) nur stärker und b) machen wir uns wieder etwas ungesundes zur Gewohnheit. So ist es wichtig, sich klar zu machen, warum man eine Gewohnheit hat und wie man mit seinen Bedürfnissen weiter umgeht.

Neues Verhalten als Regeln definieren
Ich brauche 150 Stunden bewussten Aufwand, um mich an etwas neues zu Gewöhnen. Ich habe also fast ein Jahr gebraucht, um mich daran zu gewöhnen, regelmäßig laufen zu gehen.
In der Zeit helfen Regeln. Egal was passiert, ich habe die Regel aufgestellt, jeden 2. Tag laufen zu gehen. Wenn ich manchmal unbeabsichtigt bis 1Uhr nachts fernsehe, dann kann ich auch um 23 Uhr noch laufen gehen. Regel ist Regel. Dann kann man sich gut vorhalten: Zu einer neutralen Zeit habe ich das entschieden, ich wusste, dass ich das manchmal anders sehen werden, aber hier steht es schwarz auf weiß.

»Wir sind, was wir immer wieder tun« Aristoteles

Neue Auslöser definieren
Du kommst in die Wohnung, stellst die Tasche hin, ziehst die Laufschuhe an und läufst los. Erstmal jeden Tag, bis es Routine ist. Dann in deinem optimalem Sport-Rythmus.
Dann ist das nach Hause kommen Auslöser laufen zu gehen.

Regeln checken, wie Benjamin Franklin
Die Regeln müssen sichtbar überprüft werden. Zum Beispiel mit Checkboxen für die neuen Gewohnheiten, so dass du sie jeden Tag abhacken musst. Der Ärger, wenn du etwas nicht abhaken kannst, und dass du dir die Gründe dafür bewusst machst, hilft das nächste Mal konsequenter zu sein.

Sofort anfangen
Mit dem neuen Verhalten einfach im nächsten Augenblick anfangen. Bei der Formulierung darauf achten, dass es weder heißt “morgen fange ich an …” noch im Konjunktiv gedacht ist.

Mit einzelnen Gewohnheiten anfangen
Wer von jetzt auf gleich ein anderer Mensch werden will hat viel zu tun. Mit einzelnen Gewohnheiten anzufangen hat die größeren Erfolgsaussichten. Und ein Erfolg motiviert für die nächst größere Gewohnheit.

80/20, die »quick wins«
Ohne schnelle Erfolge, wird es immer schwieriger, das Ende im Sinn zu haben. Wenn relativ schnell Erfolge zu sehen sind, bekommen wir gute Hilfe, durchzuhalten. Dabei kann die alte Regel “20% der Tätigkeiten bringen 80% des Erfolgen” helfen.
Nachts nichts mehr zu essen, ist sicher tausendmal sinnvoller, als auf ein großes Frühstück zu verzichten und den gewohnten Lunch mit den Kollegen. Und schnell wird sich der Erfolg sichtbar machen. Wenn der dann wirklich zu einem besseren Gefühl führt, ist die Argumentation für ein »slow carb« Frühstück sehr viel einfacher.
Die Frage ist also, welche Änderungen die größte Hebelkraft haben und die richtigen sind.

Nicht zu früh aufgeben
150 Stunden ist ein ernst gemeinter Wert. Wer zu früh denkt, er hätte die neue Gewohnheit verstanden, der hat die Rechnung nicht mit seinen Emotionen gemacht.

Das Zurück zerstören
Nichts mehr im Kühlschrank haben, kein Geld für Zigaretten mehr mitnehmen, Fernseher verkaufen, Internetflat auf dem Handy kündigen…

Hilfe von Freunden
Wenn wir kein Vertrauen in uns haben, brauchen wir Menschen, die in uns vertrauen. Und wir brauchen ein Umfeld, welches unsere neuen Vornahmen unterstützt. Du willst laufen gehen, aber deine Freundin hat heute keine Lust? Wenn du jetzt laufen gehst, ist sie sauer, die Stimmung ist schlecht: Du gehst lieber nicht laufen. Man sollte schlechte Gewohnheiten lieber mit Menschen bekämpfen, die man sehr mag: du wirst sie hassen, wenn sie dir deine Ziele in unmotivierten Momenten vor Augen führen.

Welches Verhalten spiegelt wieder, wie wir sein wollen?
Gewohnheiten sind nicht nur Tätigkeiten, sondern auch Reaktionen und Einstellungen. Diese erreichen wir über das permanente Wiederholen von Tätigkeiten, welche diese Eistellungen widerspiegeln. Ein besserer Mensch werde ich nur, wenn ich mich so verhalte. Was tut ein guter Mensch? Und dann machen wir das so lange, bis wir unsere Persönlichkeit erfolgreich geändert haben.

Viel Erfolg.

Weiterlesen was Obama morgens macht, wie man durch Besinnung kreativer wird, warum es Sinn macht, seinen Tagen Themen zu geben und wie man die Spirale zur Unproduktivität vermeidet. Eine der Schlüsselgewohnheiten: Wie werde ich zum Frühaufsteher?

Frühaufsteher

Warum will ich unbedingt ein Morgenmensch sein? Warum früh aufstehen?  Erfolgreiche Menschen stehen in meinem Weltbild früh auf. Egal welche Biographie ich lese, ob von Howard Schulz, Marissa Mayer oder Jean-Christophe Grangé: Sie alle stehen morgens lange vor mir auf.
Nichts hasse ich mehr, als aus dem Haus zu hetzen, nicht wirklich gefrühstückt zu haben und mich in der Bahn so zu fühlen, als sähen alle, dass ich noch halb schlafe.
Im Bett, beim Aufwachen, fühlt sich das jedoch ganz anders an. Und nach einer Stunde rumwälzen und dösen geht es gehetzt in den Tag.

Von Tim Ferris, über Leo Babauta bis zur New York Times: das Thema finden viele interessant. Mittlerweile habe ich selber viel ausprobiert.

Woche für Woche 15 Minuten früher aufstehen
Ich bin jahrelang nicht früh aufgestanden. Warum sollte ich das jetzt von heute auf morgen ändern? Es hilft ungemein, nicht gleich vom 10m Brett springen zu wollen, sondern den Wecker jede Woche 15 Minuten vor zu stellen. Hat bei mir super funktioniert.

Wecker aus
Der Wecker ist das A&O. Ich nutze eine Wecker-App, die mich jeden morgen Rätsel lösen lässt (Android). Ich muss morgens bestimmen, welche Würfel-Paare zu einander gehören, Zahlen absteigend sortieren und den Wochentag bestimmen: alles gar nicht so leicht um 05:30.
Für iOS habe ich recherchiert und bin auf einen weiteren coolen Wecker gestoßen: Um den Wecker zu entriegeln muss ein vorher definiertes Produkt eingescannt werden. Nicht vergessen Milch vorrätig zu haben, sonst gibt es ein Problem.

2. Wecker aus
Mein Quarz-Wecker steht neben meinem Bett auf 05:28. Den kann ich im Halbschlaf ganz gut ausmachen. Doch mein Smartphone klingelt im Arbeitszimmer 2 Minuten später: Wenn ich nicht sofort aufstehe, nerve ich meine Mitbewohner und mich zu Tode.

Licht an
Die Wirkung von Licht ist super. Ich will mir noch so eine Lampe kaufen, die den Sonnenaufgang simuliert, doch bis dahin reicht es: Wecker aus, Licht an.

Musik an
Wenn du nicht von deiner Anlage oder dem Radiowecker wecken lässt und eh gleich Musik an ist, hilft es sehr, gleich neben dem Bett den iPod liegen zu haben, mit einer guten Playlist: Kopfhörer auf und der Tag kann starten.

Sofort aus dem Bett
Immer wenn ich nicht gleich aus dem Bett springe, habe ich schon verloren.

Glas Wasser
Der übereinstimmende Tipp von allen Experten, der nicht zu unterschätzen ist: Wecker aus, Licht an, aus dem Bett und ein Glas kaltes Wasser; dann ist es geschafft.

Morgen Ritual
Den Fehler habe ich wiederholt gemacht: Morgens früh aufzustehen und nicht zu wissen, was was man jetzt tun könnte. Im Netz surfen geht immer, E-Mails beantworten, klar: doch dafür bin ich nicht früh aufgestanden. Nein, ich bin aufgestanden, um eine Sache zu tun, die mich glücklich macht und weiter bringt.
Die Priorisierung der Tagesaufgaben und ein leckeres Frühstück folgen. Und ich habe noch genügend Zeit die Espressomaschine auf einen neuen Espresso einzustellen.
Ich starte gut gelaunt in den Tag.

Gewohnheit
Wenn die Routine erstmal drin ist, dann ist die Gewohnheit der größte Helfer. Einfach dabei bleiben und nie wieder ändern. Ausschlafen am Wochenende stört nicht, doch schaue ich mittlerweile, dass ich jede Nacht um die 07:30h Schlaf bekomme. Dann bin ich am Produktivsten.

Früher schlafen gehen
Um 05:30 aufzustehen klappt dementsprechend nur, wenn ich am Vorabend um 22.00 ins Bett gegangen bin. Das schaffe ich, indem ich mir vor Augen halte, was ich zwischen 22.00 und 01.00 mache: nichts was ich machen will.
Für mich ist das vertrödelte Zeit, die ich, wenn ich sie an den Beginn des nächsten Tages verschiebe, für Sachen nutzen kann, die ich will.

Kein iPad im Bett
Mein Schlafzimmer ist komplett vom Internet abgeschnitten. Ich kann dort lesen und schlafen und nicht mehr.
Wie viel Zeit ich kurz vor dem Schlafengehen mit dem schauen von dummen Videos, Serien und dem Lesen von Blogs verbraucht habe, möchte ich nicht zu genau kalkulieren. Das bringt keinen Mehrwert, macht mich nicht glücklich und die einzige Möglichkeit es nicht zu machen ist es nicht zu machen. Und dabei lässt sich wie durch einen Zauber, locker eine Stunde Schlaf erringen.

Morgen Ritual (Zusammenfassung)

  • steh sofort auf
  • mach postwendend das Licht an
  • trink ein Glas kaltes Wasser
  • sprinte los um Wecker im Arbeitszimmer (oder Bad) auszumachen
  • mach eine Stunde Sport, schreib was, meditier: mach was gutes…
  • priorisiere deine Tagesaufgaben
  • bereite ein leckeres Frühstück zu
  • raus auf die Straße

Weiterlesen was Obama morgens macht, wie man durch Besinnung kreativer wird, warum es Sinn macht, seinen Tagen Themen zu geben und wie man die Spirale zur Unproduktivität vermeidet.

Kreativer durch Besinnung (Achtung: nicht durch Zerstreuung.)

Ich surfe auf fffound, scrole durch bookshelfporn, spiele mit meinem Smartphone und schaue meine YouTube-Abos; kurz, ich zerstreue mich. Wie schön wäre es, wenn ich danach kreativer, frischer und mit neuen Ideen wieder loslegen würde. Die Idee liegt nicht fern, dass viele Anregungen und Inspirationen meine Kreativität steigern.
Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe mich zerstreut, bin unkonzentriert, habe die gleichen Probleme wie vorher und keine neun Lösungsideen. Munter vom surfen? Fehlanzeige.
Und viel schlimmer noch, wie Gerald Wagner (der Maler) sagt,

„Zerstreuung raubt Lebensenergie.“

Aus meiner Sicht ist der Nutzen für bessere Entscheidungen und Kreativität durch Zerstreuung ein weit verbreiteter Irrtum. Etwas, was nicht mit Aufwand und Anstrengung verbunden ist, kann nichts Produktives sein.

Besinnen unter der Dusche

Die Besinnung ist es, welche uns fokussiert, auf neue Ideen kommen lässt und innerhalb kürzester Zeit die Batterien wieder auflädt.

Auf dem Klo
Zum Besinnen gehört, dass man kurz alleine ist. Ich setzte mich oft auf den Klodeckel, stütze meinen Kopf auf die Hände und bedecke die Augen mit den Handflächen. Dann denke ich an das, was heute schon war und besinne mich dessen, was ich will und kann.

In der Natur
Die Natur rückt die Verhältnisse, die wir in der Hektik und dem Stress des Alltags aus den Augen verlieren, wieder gerade. Wir müssen die Erde kultivieren und die Menschen lieben. Um sich darauf zu besinnen ist es sehr hilfreich, durch Wälder und Wiesen zu wandern.

Vor dem Schlafen
Seit kurzem habe ich keine Elektronik mehr im Schlafzimmer. Lesen und Arbeiten tue ich im Arbeitszimmer. Geweckt werde ich klassisch mit einem Quarzwecker.
Es hilft, nicht im Dämmerzustand noch eine Stunde rumzudaddeln, sondern ruhig und besonnen einzuschlafen.
Sich kurz vor der Nacht noch einmal zu Besinnen und ein Tagebuch zu führen, bestimmt die Stimmung des gesamten nächsten Tages.

Mahnung an die Brüder – Franz von Assisi
“Wo Liebe ist und Weisheit, da ist weder Furcht noch Ungewissheit; wo Geduld und Demut, weder Zorn noch Aufregung; wo Armut und Freude, nicht Habsucht und Geiz; wo Ruhe und Besinnung, nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.”

Laufen, Schlafen, Duschen
Das sind Tätigkeiten, bei denen die Ideen nur so sprudeln. Und sie haben gemeinsam, dass meist kein Notizzettel parat liegt.
Beim Laufen hilft dann Evernote auf dem iPhone. Neben dem Bett habe ich, wie so viele andere auch, ein Notizbuch für nächtliche Eingebungen liegen.
Bei diesen Tätigkeiten ist man ungestört, die Gedanken sind frei von Zerstreuung und die guten Ideen können kommen.

Ich hatte schon immer viel für Franziskus übrig (der mit den Vögeln spricht). Wenn er das Verlangen nach Zerstreuung fühlte, dann legte er sich so lange in den Schnee, bis er sich wieder konzentrierte.
Ich fange mal mit Duschen an.

“Getting Things Done” wie Barack Obama

Am Abend schon in das einarbeiten, was der nächste Tag bringt. Morgens priorisieren, was die wichtigsten Aufgaben des Tages sind, ist das Eine. Nur gerade für die erste Tätigkeit des morgens muss ich schon abends wissen, was zu tun ist. Und sie vorbereiten. Das habe ich von Barack Obama gelernt.

Meine Hochachtung und Bewunderung Obama gegenüber ist seit 2007 ungebrochen. Michael Lewis hat für Vanitiyfair einen detaillierten Artikel über den Alltag des US Präsidenten geschrieben. Wie er das schier unglaubliche Arbeitspensum schafft und als Commander in Chief die vielen Entscheidungen treffen kann, die oft über Leben und Tod entscheiden.

  1. Den nächsten Tag am Abend davor beginnen
    Gegen 22 Uhr beginnt die ungestörte Arbeitsphase des Präsidenten. Bis ein Uhr Nachts kann er nicht nur machen was er will (außer das Haus verlassen) sondern sich vor allem in die Erfordernisse des nächsten Tages einarbeiten.
  2. Jeden Tag Sport machen
    „You have to exercise or at some point you’ll just break down.”
    Nachdem der Präsident um 7 Uhr aufgestanden ist, beginnt sein Tag um 7.30 Uhr in seinem Fitness-Raum. Eine Stunde lang geht es, je nach Tag, um Ausdauer- oder Krafttraining.
  3. Kopf frei halten
    Einen grauen oder einen blauen Anzug. Mehr hat er nicht und welchen er trägt ist austauschbar. Obama muss ihn nur anziehen. Diese Entscheidung ist Routine und lenkt nicht von wichtigen Entscheidungen ab. Das nennt er Entscheidungsenergie, die man auch mit Trivialem verbrauchen kann.
    „I don’t want to make decisions about what I’m eating or wearing because I have too many other decisions to make.“
  4. Entscheidungs-Memos
    Die Memos, die den Präsidenten vorgelegt werden, haben drei Checkboxen: „agree,“ „disagree,“ or “let’s discuss.”
    Eine einfache Ordnung, die das Zusammenarbeiten sehr erleichtert.
  5. Nur mit den Besten trainieren
    Barack Obama ist einer der prominentesten und mächtigsten Menschen. Egal was er macht, er kann sich aussuchen, mit wem er zusammenarbeitet, mit wem er trainiert: und es mit den Besten machen. So beschreibt Michael Lewis ein Basketball Spiel mit Profis, zu dem keiner wieder eingeladen wird, der es dem Präsidenten leicht macht, nur weil er Präsident ist.
  6. Wichtige Nachrichten identifizieren
    „O.K., and what am I supposed to do about it?“ ist Obamas Reaktion, wenn ihn mitten in der Nacht jemand weckt, nur weil in Afghanistan eine Bombe hochgegangen ist. Es besteht kein sofortiger Handlungsbedarf des Präsidenten. Nur sein Schlaf wurde gestört.

Mich weckt niemand mitten in der Nacht. Doch meine Smartphone-Benachrichtigungen klingeln, meine Innere-Uhr zieht mich zu Facebook und was in den Nachrichten los ist, muss ich unbedingt wissen. Darüber habe ich in letzter Zeit viel nachgedacht. Ich will nichts mehr lesen oder sehen, mich mit nichts mehr beschäftigen ohne Feedback zu geben, zu interagieren oder mit dem Wissen weiter zu kommen. Alles andere ist verschwendete Lebenszeit. Facebook: wenn ich Facebook checke muss ich liken, kommentieren und posten. Einfach nur lesen ist verboten.

Winners are simply willing to do what losers won’t.

Letzte Woche habe ich „Million Dollar Baby“ von und mit Clint Eastwood gesehen. Nicht nur, dass es die meiste Zeit um absolute Höchstleistung unter Schmerzen geht; die Heldin trainiert nach einem sehr wahren Motto:

„Winners are simply willing to do what losers won’t.“

Dieser “Film-Moment” hat mich hoch motiviert. Ich will ein Sieger sein.
In dem Moment bin ich aufgestanden und habe gearbeitet. An den Projekten, die mich weiter bringen.

Winners are simply willing to do what losers won’t.

Darum geht es; die Motivationsmomente zu nutzen und die unproduktiven Stunden zu reduzieren und zu optimieren.
Wir alle kenne sie. Autoren nennen es „Schreibblockade“, Büro-Arbeiter nutzen sie als „Facebook-Auszeit“, andere pflegen ihre virtuellen Spiele oder hängen in der Kaffeeküche ab.
Für diese Zeiten habe ich mir strikte Regeln aufgestellt.
Warum? Darf man nicht rumhängen? Ich nicht, da ich bei mir die Beobachtung gemacht habe, dass solche Momente und Stunden sehr schnell in Negativspiralen enden. Einmal die Regeln nicht eingehalten, einmal angefangen zu spielen, zu schauen, zu prokrastinieren und du bist dabei es weiter und weiter zu tun. Und viel schlimmer noch: Tätigkeiten, die du noch vor Minuten nicht vor dir selbst hast rechtfertigen können, sind plötzlich kein Problem mehr. Ich nenne sie die “Assi zum Vollassi-Spirale”.
Aus diesem Grund habe ich meine Regeln. Denn was ich statt dessen tue muss geplant sein. In den Moment der Unproduktivität verhindert die Situation selber glorreiche Gedanken. Wenn diese Situationen Regeln unterliegen sind sie zu meistern.
Welche Tätigkeiten gehen immer?

  • Hausarbeiten. Abwaschen, Putzen, Wäsche zusammenlegen (am besten mit Musik).
  • Administratives. Zettel für die Steuer sortieren, Datenbanken pflegen, Post ordnen Mail-Postfach leeren.
  • Sport. Alle Arten von Sport, oft reichen schon zwischen 8-15 Minuten und die Welt sieht sehr anders aus.
  • Örtlichkeit wechseln. Raus aus der Eintönigkeit und auf neue Gedanken kommen.
  • Lesen. Lesen ist aktiv und auf lange Sicht ermüdend. Alle erlaubten Tätigkeiten müssen anstrengen. Und mit Lesen ist nicht surfen und Blogs überfliegen gemeint.

Die größte Chance liegt bei den administrativen Tätigkeiten. Egal wo man ist, mit Notebook und WLAN kann man anfangen. Wichtig ist, dass alles was in der Richtung ansteht vorbereitet sein muss. Sprich, die Hürde anfangen zu können darf nicht groß sein. In meiner Wochenplanung schaue ich, was an Aufgaben aus den Bereichen anliegt. Diese werden nicht terminiert, doch so vorbereitet und durchgedacht, dass sie nur noch ausgeführt werden müssen.
Lustigerweise sind das gerade Aufgaben die gut „outgesourced“ werden können.
Sollten die Zeiten ohne Fokus und Kreativität im Laufe des Lebens weniger werden, ist das eine gute Option mit der eigenen Entwicklung Schritt zu halten.

Positive Momente produktiv zu nutzen, ist mit etwas weniger Kraft verbunden. Wie immer muss man „Am Anfang das Ende im Sinn haben.“
Der gute Moment ist ungenutzt schnell vorbei und ist nicht steiger- und dehnbar. Wenn der positive Impuls da ist und nicht genutzt wird, wird die Energie nicht gespeichert.
Sofort machen, wenn man zu etwas Großartigem Lust hat. Sogar “Million Dollar Baby” kann warten.

Produktiver mit Themen-Tagen

Ein Video-Interview von David Kirkpatrick (Techonomy) mit Jack Dorsey, dem CEO von Twitter, “Jack Dorsey on Working for Two Companies Full-Time,” hat mir wieder in Erinnerung gerufen, um wieviel sich meine Produktivität, noch in meiner Zeit bei 9flats, verbessert hatte, nachdem ich meine Tage thematisch aufgeteilt hatte. Zum Beispiel habe ich jeweils Mittwochs alles sortiert und umgesetzt, was mit »marketing, communications and growth« zu tun hatte.

Bei Jack Dorsey kommt hinzu, dass er zwei Firmen leitet und daher 16 Stunden arbeitet

“The only way to do this is to be very disciplined. I theme my days.”

Meine Erfahrung ist, dass das beste Ergebnis entsteht, wenn ich nur ein Projekt mache; mich voll auf die Umsetzung konzentriere, es launche und dann erst zum nächsten Projekt übergehe. Wie das Entwickler bei einem Sprint tun: ich konzentriere mich auf ein systemrelevantes Projekt und in zwei Wochen ist es fertig. Der Head of Product oder mein Chef hat die folgenden Projekte im Kopf und weist mir das nächst wichtigste Projekt zu.
Illusorisch, die Zeitspanne und Größe von “Zwei-Wochen-Projekten”, wenn Deine Stellenbeschreibung im Management angesiedelt ist oder Dein Job verschiedene laufende Projekte beinhaltet. Worst Case: Du musst mit der Außenwelt zusammenarbeiten und etwa die Presse kann in Deinen Tagesablauf reinreden.
Dann ist die einzige Chance, wenigstens Tage thematisch zu verbringen, in Tages-Sprints.

  • Sonntag. »reflection, feedback and strategy.« Planung der nächsten Woche und Reflexion, was in der letzten gut und schlecht war.
  • Montag. »Management meetings and running the company.« Die wichtigsten Kontakte und gemeinsame Projekte. Was ist essentiell, damit es weitergeht? Ressourcen für die Woche organisieren und die Terminplanung abstimmen.
  • Dienstag. »Product development.« Die Projekte nicht managen, sondern umsetzten, anstoßen und voranbringen.
  • Mittwoch. »Marketing, communications and growth.« Einfach machen.
  • Donnerstag. »Developers and partnerships.« Entwickler können auch Designer sein, Partner brauchen nicht unbedingt eine API um weiterzuarbeiten. Aber sie brauchen die Infos, Feedback und Geld, damit es weiter geht. Der Tag ist meine Chance, den Produkt Tag zu verlängern, wenn man selber der »Developer« ist.
  • Freitag. »The company and its culture.« Wie schaffe ich eine glücklichere Umgebung? Was kann ich meinen Kollegen Gutes tun? Brauche ich eine Weiterbildung? Interesse entwickeln für alles was um mich ist.
  • Samstag. »Hiking.« Raus, Sport machen und sehr viel Essen.

Klappt das? Nein, denn Chefin oder Chef kommt an deinem Schreibtisch vorbei und hält dich von der Arbeit ab. Ein Anruf unterbricht deine Arbeit, ein Facebook Chat über den nächsten Urlaub ist spannender… Das Praktische ist nur, dass du aus dem Telefonat kommst und genau weißt, an welchem Projekt und Thema du weiterarbeiten musst.
Für mich machen die Themen von Jack Dorsey sowohl auf einer Managementebene als auch als Arbeiter Sinn.

Das Schöne an dieser Methode ist, dass sie so logisch ist. Wenn ich am Dienstag zwei Themen oder gar drei gleichzeitig bearbeite, bekommen sie jeweils ein Drittel meiner Konzentration: das sind ein Drittel mehr Fehler und weniger Innovationen.

“Raus auf die Strecke du Versager!” Motivationstipps für Läufer oder die, die es werden wollen.

Ich bin zufrieden mit meinem wöchentlichen Sport-Pensum. Das war ich noch nie.
Wie ich mich selber dazu motiviere habe ich unten aufgeführt: Hoffentlich sind ein paar hilfreiche Tipps für euch dabei. Ich freue mich über Ergänzungen.

Mit kurzen Läufen starten.
Ohne vorausgehendes Training gleich mit 10km starten zu wollen, das kann sehr demotivierend sein. Es ist nicht zu schaffen. Ich bin vor 7 Jahren mit 20 min gestartet. Im lockeren Dauerlauf waren das knapp 4 km. Erst nach dem ich Lust hatte länger zu laufen, nach ca. 6 Monaten, habe ich die Strecke minimal auf 6km ausgeweitet. Zeitgleich habe ich angefangen an Wochenenden 10 km zu laufen. 10 km sind jetzt seit vielen Jahren meine Standarddistanz. Das entspricht 6 Meilen und ist die morgendliche Trainingsdistanz von US-Elitesoldaten. Motiviert mich zusätzlich.

Perfekte Playlist.
Musik zum Starten ist eine Hilfe. Die Konzentration auf Musik macht harte Läufe sehr viel erträglicher. Ich starte seit einiger Zeit mit „Greenland“ von Emancipator, „Underwear“ von FM Belfast hält sich seit langem in meiner Playlist und „Hello“ von Martin Solveig.

Motivieren durch Videos.
Muss ich faulenzend mit iPad im Sessel los, schaue ich Videos:
The North Face®: Jez Bragg Athlete Profile
Excruciating Pain – Red Bull X-Alps 2011 – Day Four
Running: Ever Last
JRF Health – On Tour

Erinnerung an der Zimmertüre.
Ich liebe motivierende Mantras, die mich an meine Ziele erinnern, wie man unschwer an meinem Board bei Pinterest erkennen kann. So was wie „You can feel sore tomorrow or you can feel sorry tomorrow. YOU CHOOSE.” motiviert mich. Oder ein „pin up“ des angestrebten Körpers an der Wand?

„Get out, now!”
Wenn gar nichts mehr hilft sind aggressive und sehr bestimmte Wutausbrüche an dich selber super. Einfach als Wecker-Ton eine Tirade auf dein Handy aufbrüllen. Hat bei mir während Prüfungen sehr frühes Aufstehen erleichtert. Sollte auch fürs Laufen helfen.

Kontrollieren lassen.
Von anderen motiviert und kontrolliert werden ist nicht zu unterschätzen. Sportliche Ziele in Läufer-Communities zu posten und am besten auf Facebook, das spornt an. Wenn Freunde oder Sports-Kollegen mit aufpassen und auf Dailymile Motivation schicken. Wer sich nicht vorstellen kann, sportliche Ziele öffentlich zu posten, weil er Angst hat öffentlich zu versagen, der will das Ziel nicht wirklich erreichen.

Lauf-Freunde.
Noch wirkungsvoller als virtuelle Schießhunde sind Freunde, mit denen regelmäßige Verabredungen zum Laufen anstehen. Bei mir ist es meine Mitbewohnerin, die ähnlich viel läuft und an den entscheidenden Tagen nachfragt. Manchmal sehr nervig, doch sehr richtig.

Laufen wo und wann es schön ist.
Was gibt es schöneres, als durch den sommerlichen Wald zu laufen? Wenn die Sonne durch die Blätter bricht? Oder im strömenden Regen gegen das Wetter und sich selbst den Weg lang zu kämpfen? Ich habe lange verschiedene Routen ausprobiert. Die Freude auf eine schöne Route ist nochmals ein Grund mehr da raus zu gehen.

Zum Halbmarathon anmelden.
Die Anmeldung zu einem Laufereignis, gerade mit Freunden zusammen, wirkt. Denn ich will nicht in aller Öffentlichkeit versagen. Ich kann viele Menschen zu alltäglichen Helfern machen, mich auf meine Route zu schicken. Zusätzlich schaffen Trainingspläne eine große Verbindlichkeit.

Laufen als wichtiger Termin.
Wenn ich meine Woche plane, trage ich mir die Slots für Sport bereits ein. Oft sind die Tage sehr verschieden, so dass ein Abendtermin, ein kurzfristiges Projekt und vieles mehr gute Entschuldigungen wären nicht laufen zu gehen. Doch dann müssen die 60 Minuten für Sport eben in den Morgen geschoben werden. Nur am Tag selber reicht die Weitsicht und Motivation für eben solch eine Entscheidung oft nicht mehr aus.

Keine Waage nutzen.
Ich habe noch nie im Leben eine Waage zur Gewichtskontrolle genutzt. Laufen zum Spaß ist 10-mal mehr wert, als um abzunehmen. Dann wird Laufen selber eine Institution und ist nicht nur Funktion zum Abnehmen. Zwei Gefahren gilt es abzuwenden: Die Fortschritte im Abspecken sind so langsam, dass sie nicht zur Motivation beitragen. Und wenn das Idealgewicht erreicht ist, warum weiter Sport machen? Nutzt keine Waage!

Mit einem Shake oder Riegel beglückwünschen.
Die Freude auf eine kalte Dusche, auf frisches Wasser reicht oft aus. Ein Riegel, ein leckeres Shake sind auch nicht schlecht um sich selber nach einem Lauf zu beglückwünschen. Und um sich während schwierigen Kilometern darauf zu freuen.

Kleidung kann auch motivieren.
Mich motivieren Geschichten hinter Marken. Wenn das bei dir nicht so ist, überspringe diesen Tipp einfach. Bei mir ist z.B. die Identifikation mit der Marke Mammut zu groß, als dass ich in den Klamotten aufgeben könnte. Es ist nicht in der Tradition von Mammut Menschen zu bekleiden die nicht ihr Bestes geben. Und wenn der Sportschuh 100€ gekostet hat, dann muss man ihn auch nutzen!

Tracking mit runnkeeper.
Ich nutze Runnkeeper und stelle jeweils eine Pace an, die ich anstrebe und lasse mir jeden Kilometer vorlesen. „Your are 15 sec behind you target pace“ hat einen automatischen Geschwindigkeits-Schub zur Folge.

Statistiken und Leaderboard.
Auf Dailymile kann man meine Läufe der letzten Jahre zurückverfolgen. Gerade um eine Regelmäßigkeit und Routine in das Laufen zu bekommen, ist es sehr gut, wenn man eine Übersicht hat, wie viel man die Woche, den Monat oder das Jahr gelaufen ist. Auch um einen Vergleich zu anderen zu haben, ist es super, einer Running-Commnuity beizutreten.

Bis zum nächsten Hügel.
Selbstbetrug als Taktik: „Bis zum nächsten Hügel und dann Pause, denn vor einem Berg macht man keine Pause.“ Wenn man oben ist, dann braucht man keine Pause mehr und nimmt sich die nächste Baumgruppe als Ziel. Dann sind die Kilometer schneller gelaufen als man ahnt.

Die Macht der Gewohnheit.
Das wirkungsvollste Tool das ich kenne ist die Macht der Gewohnheit. Beim Laufen hilft sie sehr. Sportsachen packe ich morgens automatisch ein; es ist nur die Frage wann ich zum Sport komme und nicht ob. Es gehört zum Tag wie Essen und Schlafen.

Hauptsache raus.
Die Gewohnheit lässt sich nicht einfach ausbilden. Gerade in der Anfangszeit bin ich kurz in meine Laufklamotten und um den Blog gesprintet. Dann unter die Dusche und weiter im Tagewerk. Sprinten und Duschen wirkt. Für die Steigerung der Arbeitsleistung und für die Ausbildung der Gewohnheit. Und dafür ist immer Zeit. Immer!

Hauptsache regelmäßig.
Bei mir gilt beim Laufen das Motto: „Jeden zweiten Tag“. Das lässt sich nicht auslegen oder biegen. Ich baue innerlich “vorausschauende Scham” auf. Dass ich den Zweitages-Rhythmus nicht halten konnte, dass dann eine Lücke in meinem Trainingsboard klafft und dass ich mich später tot ärgern werde. Ganz schnell raus da.

Morgens laufen.
Ich laufe nur am Wochenende gerne morgens. Wenn nicht viel ansteht, ich den Lauf sehr genießen kann und viel Zeit habe danach durch ein gutes Frühstück in den Tag zu starten. Wenn jedoch tagsüber ein Termin den anderen jagt, dann hilft nichts als früh aufstehen. Nicht den Kopf einschalten, bis du raus aus dem Bett, auf der Strecke und wieder zu Hause bist!

In der Mittagspause laufen.
Eine Freundin schwärmt für das Laufen in der Mittagspause. Das muss natürlich in den Arbeitstag passen. Einen regelmäßigeren Termin als die Mittagspause und mehr sozialen Druck als die wachsamen Blicke der Kollegen gibt es nicht.

Von der Arbeit nach Hause laufen.
Das ist perfekt, da man schon zu Hause wieder frisch und munter ankommt. Die Themen des Tages sind schon verarbeitet und die Ideen für den nächsten Tag geboren. Ich laufe mit einem kleinen Rucksack. Das nervt erstaunlich wenig und das Gewicht ist auch noch eine zusätzliche Trainingshilfe: perfekt.

Nach der Arbeit laufen.
Niemals erst hinsetzen, niemals erst essen, niemals schnell mal Facebook checken. Tasche in die Ecke, Klamotten an und raus auf die Laufstrecke.

Nach kurzer Zeit macht Laufen so unendlich viel Spaß. Es ist ein Termin am Tag, der mit Garantie gut tut, Spaß macht und auf dessen Output du stolz sein kannst. Wer die Steigerung der guten Laune und besseren Arbeitsleistung an sich beobachten konnte, der hört eh nie wieder auf zu Laufen.

Neu in der SPD Landesorganisation: Benedikt Schaumann macht das Internet

Für den letzten “Hamburger Kurs,” der Hamburg-Beilage den monatlichen Vorwärts der SPD, habe ich kurz umrissen, was ich mir für digitale Ziele bei der SPD gesetzt habe.

Online eine große Öffentlichkeit für die Erfolge und Themen der SPD Hamburg schaffen, das ist die Herausforderung, der ich seit zwei Monaten als neuer Mitarbeiterin der SPD Landesorganisation mit großer Leidenschaft nachgehe.

Mein Alltag ist geleitet von der Frage, wie wir im Digitalen echte Freunde und Unterstützter für unsere Politik gewinnen können. Dafür schaffe ich ein sympathisches und persönliches Bild der Hamburger SPD im Netz, mit der die Menschen gerne interagieren und unsere politischen Botschaften übernehmen und weitertragen.

Am Anfang meiner Überlegungen steht die Frage nach den Menschen, die wir erreichen wollen. 14.860 Freunde haben sich aktiv entschieden, der SPD und Olaf Scholz online zu folgen, um sich mit den Inhalten auseinanderzusetzten. Allein in Hamburg sind 1.146.640 Menschen auf Facebook vernetzt. Alle diese Menschen gilt es mit den Informationen, Handlungsaufforderungen und Bitten möglichst individuell und zu ihrer Lebenslage passend zu erreichen und zu aktivieren.

Social Media Kommunikation bei Olaf Scholz im Gespräch

Wenn wir das vielfältige Engagement und die vielen  verschiedenen Themen unserer Mitglieder online abbilden, ist dies ein solider erster Schritt. Dafür brauche ich die Hilfe von all den Aktiven unter euch. Bitte schickt mir eure Termine, Bilder von euren Veranstaltungen, Statements und Anregungen. Und noch viel wichtiger: alle Profile der SPD sind unsere Hoheitsgebiete und ihr könnt sie gerne so behandeln. Menschen, die uns online unterstützen, sich mit der SPD auseinandersetzen oder kritische Anmerkungen haben, sind potenzielle Fans und Mitglieder. Bitte helft mir beim Argumentieren auf unseren online Plattformen, um mehr Menschen zu erreichen.

Das World-Wide-Web ist ein wichtiger Bestandteil der politischen Kommunikation und Teilhabe. Wir müssen die Möglichkeiten nutzen und den vielen Interessierten einen umfangreichen Einblick in unser Parteileben bieten. Wir sind die Partei in Hamburg, die in politischer Verantwortung steht und Antworten auf die Herausforderungen bereithält. Das müssen wir zeigen.

Zu mir: Politisches Campaigning konnte ich beim Greenpeace e.V. lernen. Dort habe ich vier Jahre das Webmanagement unterstützt. Schwerpunkte waren damals die ersten Gehversuche im Social Media-Bereich und das technische Konzeptionieren und Umsetzen von online Communities, die nicht nur online Wind machen, sondern Projekte auch auf die Straße bringen. Bei einem online Marktplatz war das letzte Jahr die Leitung der Unternehmenskommunikation meine Aufgabe. Mitzuerleben, wie schnell neue Märkte entstehen können und was es heißt, unter großem Wettbewerb seine Themenhoheit auf allen Kanälen, weltweit in 13 Sprachen zu kommunizieren, war eine spannende Verantwortung. Aufgewachsen in einem Dorf in den Kasseler Bergen und zum Freiwilligen Jahr nach Hamburg gekommen, habe ich hier meine Wahlheimat und einen Traumjob gefunden.
Ich werde mein Bestes geben, der SPD weiterhin auch online das sympathische und engagierte Profil zu geben, was sie ausmacht und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.